V1CE
Britischer NFC-Kartenpionier mit starkem Funktionsumfang, aber ohne EU-Hosting und Enterprise-Funktionen
V1CE (V1CE LIMITED, Sitz Preston, England) wurde 2020 von Haydn Price gegründet und gilt als einer der Pioniere hochwertiger NFC-Visitenkarten aus Metall, Bambus und Kunststoff. Nach eigenen Angaben nutzen über 510.000 Menschen die Lösung. 2025/2026 hat das Unternehmen sein Angebot jedoch grundlegend umgebaut: V1CE positioniert sich heute als individuelles "Client Capture OS", ein Netzwerk-CRM mit NFC-Karte, KI-Assistent (Scout), automatisierten Follow-ups, Buchungskalender sowie Vertrags- und Zahlungsfunktionen. Diese Neuausrichtung richtet sich ausdrücklich an Einzelunternehmer, Berater und Coaches; die aktuelle Teams-Seite erklärt wörtlich "Not for enterprise teams".
Im Vergleich erreicht V1CE einen Gesamtscore von 50 von 100 Punkten. Das Ergebnis ist zweigeteilt: Der reine Funktionsumfang der Karte ist mit 90 von 100 Punkten hervorragend, doch bei den für den deutschen B2B-Einsatz entscheidenden Kriterien, DSGVO (38), Enterprise-Integration (36) und Team-/Admin-Verwaltung (40), fällt V1CE deutlich zurück. Für Einzelpersonen und kleine Beratungspraxen ist das Produkt interessant, für den strukturierten Firmen-Rollout dagegen nur eingeschränkt geeignet.
Stärken
- Etablierter Pionier hochwertiger NFC-Visitenkarten (Metall, Bambus, Kunststoff) mit lebenslangem Karten-Ersatz und starkem Markenimage (über 510.000 Nutzer laut eigenen Angaben, Erwähnung in Forbes)
- Breite Sharing-Optionen: NFC-Tap, QR-Code, Apple Wallet und Google Wallet-Pass sowie E-Mail-Signatur, jeweils ohne App-Zwang
- Umfangreiche CRM-Integrationen (HubSpot, Salesforce, Pipedrive, monday, Zoho, Notion, Zapier) für automatische Lead-Übergabe
- Integriertes Netzwerk-CRM mit Lead-Capture, KI-Anreicherung (Scout), automatisierten Follow-ups, Buchungskalender sowie Vertrags-/Zahlungsfunktionen als All-in-One-Paket
- DPA öffentlich verfügbar, SCC/UK-Addendum als Transfermechanismus, Verschlüsselung AES-256/TLS 1.2+
Datenschutz & Serverstandort
Aus Datenschutzsicht ist V1CE für deutsche Unternehmen kritisch zu bewerten, daher der DSGVO-Score von 38 von 100 Punkten. Ein Serverstandort in Deutschland oder der EU ist nicht ausgewiesen; laut Datenschutzerklärung und DPA werden personenbezogene Daten außerhalb von UK/EWR verarbeitet und in die USA übertragen, unter anderem an Sub-Prozessoren wie Apollo.io und Bright Data.
Abgesichert wird dieser Drittlandtransfer über das UK Addendum und EU-Standardvertragsklauseln (SCC). Positiv: Ein Data Processing Addendum (AVV/DPA) ist öffentlich verfügbar, ebenso eine GDPR-Policy (Stand 20.11.2025); die Verschlüsselung erfolgt mit AES-256 at rest und TLS 1.2+ in transit.
Anerkannte Zertifizierungen fehlen jedoch: Weder ISO 27001 noch SOC 2 werden in den aktuellen Richtliniendokumenten belegt; frühere Marketing-Aussagen zu SOC 2 Type II sind im heutigen Angebot nicht mehr nachweisbar. Für Organisationen, die Wert auf EU- oder Deutschland-Hosting und dokumentierte Zertifizierungen legen, ist V1CE damit kein naheliegender Kandidat.
Enterprise-Eignung & Integration
Für den Enterprise-Einsatz ist V1CE nach der Neupositionierung nur begrenzt geeignet, was sich in einem Enterprise-Integrations-Score von 36 und einem Team-/Admin-Score von 40 von 100 Punkten niederschlägt. Klassische B2B-Funktionen sind im aktuellen Angebot nicht mehr klar belegbar: Eine zentrale Team-Admin-Konsole, Massenanlage von Nutzern (Bulk-Provisioning) sowie Single Sign-On (SAML/OIDC) und SCIM-Provisioning sind nicht dokumentiert.
Die Teams-Seite grenzt sich mit dem Hinweis "Not for enterprise teams" sogar ausdrücklich vom Enterprise-Segment ab. Vorhanden und stark sind hingegen die CRM-Anbindungen: V1CE integriert HubSpot, Salesforce, Pipedrive, monday, Zoho, Notion und Zapier, wodurch erfasste Leads automatisch in bestehende Vertriebssysteme übergeben werden können.
Eine offene REST-API ist nicht klar ausgewiesen. Für Einzelunternehmer und kleine Teams, die primär Leads erfassen und ins CRM spielen wollen, ist das ausreichend; für IT-gesteuerte Rollouts mit Identity-Management und Geräteverwaltung fehlen die notwendigen Bausteine.
Preise & Tarife
Preise führen wir auf digitale-visitenkarten.de bewusst nicht auf: Sie ändern sich häufig und sind nicht für alle Anbieter transparent und vollständig verfügbar. Die aktuellen Konditionen von V1CE erfragen Sie am besten direkt über die Website des Anbieters.
Fazit: V1CE
Häufige Fragen zu V1CE
Ist V1CE DSGVO-konform und wo werden die Daten gehostet?
V1CE stellt ein öffentliches Data Processing Addendum (AVV/DPA) sowie eine GDPR-Policy (Stand 20.11.2025) bereit und verschlüsselt Daten mit AES-256 (at rest) und TLS 1.2+ (in transit). Ein EU- oder Deutschland-Serverstandort ist jedoch nicht ausgewiesen.
Laut Datenschutzerklärung werden personenbezogene Daten außerhalb von UK/EWR verarbeitet und in die USA übertragen (u. a. an die Sub-Prozessoren Apollo.io und Bright Data), abgesichert über UK Addendum und EU-Standardvertragsklauseln (SCC). Für DSGVO-sensible deutsche Unternehmen bedeutet das einen Drittlandtransfer, der im Vergleich mit einem DSGVO-Score von 38 von 100 Punkten bewertet wird.
Eignet sich V1CE für Unternehmen und große Teams?
Nur eingeschränkt. V1CE hat sich 2025/2026 als individuelles "Client Capture OS" neu positioniert; die eigene Teams-Seite erklärt ausdrücklich "Not for enterprise teams". Zentrale Enterprise-Funktionen wie Team-Admin-Konsole, Bulk-Provisioning, Single Sign-On (SAML/OIDC) und SCIM sind im aktuellen Angebot nicht mehr klar belegbar.
Der Enterprise-Integrations-Score liegt bei 36, der Team-/Admin-Score bei 40 von 100 Punkten. Für strukturierte Firmen-Rollouts mit Identity-Management sind Anbieter mit dokumentierten SSO-/SCIM-/Admin-Funktionen besser geeignet.
Ist V1CE ISO 27001 oder SOC 2 zertifiziert?
In den aktuellen Richtliniendokumenten von V1CE werden weder eine ISO-27001- noch eine SOC-2-Zertifizierung genannt. Frühere Marketing-Aussagen zu SOC 2 Type II sind im heutigen Angebot nicht mehr nachweisbar. Eine belegte, unabhängige Zertifizierung der technisch-organisatorischen Maßnahmen liegt somit nicht vor, ein relevanter Punkt für regulierte B2B-Beschaffung.
Was kostet V1CE und gibt es einen kostenlosen Tarif?
Konkrete Preise führen wir bewusst nicht auf, da sie sich häufig ändern und nicht für alle Anbieter transparent und vollständig verfügbar sind. V1CE wird als pauschaler Monatspreis für das "Client Capture OS" angeboten, inklusive NFC-Karte, Netzwerk-CRM, KI-Assistent (Scout), automatisierten Follow-ups, Buchungskalender sowie Vertrags- und Zahlungsfunktionen.
Es gibt keinen kostenlosen Tarif und keine gestaffelten Team- oder Enterprise-Preise; die Preise werden in britischen Pfund und nicht in Euro ausgewiesen. Die aktuellen Konditionen erfragen Sie am besten direkt beim Anbieter.
Quellen
- v1ce.co
- v1ce.co/teams
- v1ce.co/policies/gdpr
- v1ce.co/policies/privacy-policy
- v1ce.co/policies/data-processing-addendum
- v1ce.co/feature/integrations
- v1ce.co/blog/digital-business-card-apple-wallet
- v1ce.co/blog/add-digital-business-card-to-google-wallet
- find-and-update.company-information.service.gov.uk/company/12581711
- techround.co.uk/techround-100/51-v1ce-haydn-price
- www.crunchbase.com/organization/v1ce
- www.trustpilot.com/review/v1ce.co
- www.g2.com/products/v1ce-digital-business-card-platform/reviews
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