Digitale Visitenkarten in großen Organisationen scheitern selten an der Karte selbst, sondern am Rollout: Wer eine App oder einen Wallet-Pass auf hunderte verwaltete Firmengeräte bringen will, kommt an Mobile Device Management (MDM), typischerweise Microsoft Intune in Verbindung mit Entra ID (Azure AD), kaum vorbei. Genau hier ist der Markt ehrlich einzuordnen: Das Ausrollen einer App, die im App Store oder Play Store liegt, übernimmt das MDM des Kunden (Microsoft Intune, Jamf) für jede beliebige Store-App.
Die reine Verteilung ist damit eine Eigenschaft des Betriebssystems und der MDM-Plattform, kein Merkmal des Kartenanbieters. Das eigentliche, app-seitige Unterscheidungsmerkmal ist Managed App Configuration: ob die App per MDM vorkonfigurierte Einstellungen (etwa Tenant oder SSO) entgegennimmt und so ohne manuelle Einrichtung startet.
Genau diese app-seitige MDM- bzw. AppConfig-Unterstützung ist im gesamten Feld öffentlich nicht dokumentiert und steht nach unserem strengen Maßstab bei allen Anbietern auf „?“. In diesem Vergleich zeigen wir, wie sich Intune, Entra ID, SSO, SCIM und Managed App Configuration voneinander abgrenzen, warum die reine Verteilung generisch für jede Store-App möglich ist und worauf IT- und Datenschutzverantwortliche im DACH-Raum achten sollten.
Die Reihenfolge (oneVcard, Spreadly, Lemontaps) folgt unserer gewichteten Methodik aus Enterprise-Fähigkeiten, DSGVO-Konformität und Gesamtwertung; oneVcard ist dabei über seine dokumentierte Microsoft-Entra-ID-/Azure-Anbindung (SSO und Nutzer-Provisionierung) für ein Intune-Szenario am besten positioniert, der konkrete MDM-Geräte-Rollout ist aber auch hier öffentlich nicht dokumentiert und vor Vertragsschluss beim Anbieter zu bestätigen.