Linq
US-Anbieter mit starken Nutzerbewertungen, aber ohne EU-Hosting und mit unklarer Produktzukunft
Linq (Linq App, Inc.) ist ein 2019 in Birmingham, Alabama gegründeter US-Anbieter für digitale Visitenkarten, NFC-Karten und Lead-Erfassung. Über Jahre war das Produkt als Team- und Enterprise-Lösung für Vertriebsorganisationen positioniert und erreicht auf unabhängigen Plattformen sehr gute Bewertungen (G2 rund 4,8/5 aus etwa 553 Rezensionen, davon 88 Prozent mit fünf Sternen). Im Gesamtvergleich erreicht Linq einen Score von 62 von 100 Punkten. Damit liegt der Anbieter im Mittelfeld: Funktionsumfang (70) und Team-/Admin-Verwaltung (66) sind solide, die Nutzerzufriedenheit (84) ist der stärkste Einzelwert. Zurückgeworfen wird die Bewertung von den für den deutschen B2B-Markt entscheidenden Kategorien DSGVO (58), Enterprise-Integration (50) und Support & Sprache (50).
Entscheidend für die Einordnung ist ein strategischer Vorbehalt: Linq hat sich 2025/2026 stark von digitalen Visitenkarten hin zu KI-Messaging-Infrastruktur verschoben und im Februar 2026 eine Series-A-Runde für diese Neuausrichtung eingesammelt. Laut mehreren Marktquellen gilt das ursprüngliche NFC-/Visitenkarten-Produkt als weitgehend eingestellt beziehungsweise mit unsicherer Zukunft. Für eine langfristige B2B-Einführung ist dieses Risiko sorgfältig abzuwägen.
Stärken
- Etabliertes, breites Feature-Set für digitale Visitenkarten: NFC-Karten, QR-Sharing, Lead-Capture/Formulare, Kontakt-/Visitenkarten-Scanner und Analytics
- Direkte CRM-Integrationen mit Salesforce und HubSpot plus API, relevant für Vertriebs-Workflows und Lead-Übergabe
- SOC 2 Type II zertifiziert, öffentliches Trust Center sowie AVV/DPA mit EU-Standardvertragsklauseln verfügbar
- Team-Funktionen mit zentraler Admin-/Team-Verwaltung und Custom Branding für einheitliche Firmenauftritte
- Sehr gute Nutzerbewertungen (G2 ~4,8/5 aus ~553 Reviews) und Kapital im Rücken (Series-A-Runde 2026)
Datenschutz & Serverstandort
Aus Datenschutzsicht erreicht Linq 58 von 100 Punkten. Die Datenhaltung erfolgt ausschließlich in den USA; ein EU- oder Deutschland-Hosting ist nicht bekannt, der konkrete Cloud-Provider und die Region werden öffentlich nicht spezifiziert.
Für Verarbeitung personenbezogener Daten deutscher Beschäftigter und Kontakte bedeutet das einen DSGVO-Drittlandtransfer, der nur über EU-Standardvertragsklauseln (SCC) abgesichert ist. Positiv zu werten sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA), der öffentlich abrufbar und auf Anfrage per E-Mail erhältlich ist, sowie eine SOC-2-Type-II-Zertifizierung (Audit durch Sensiba San Filippo) und ein öffentliches Trust Center unter security-report.linqapp.com.
Eine ISO-27001-Zertifizierung ist nicht belegt. Im Ergebnis ist Linq formal DSGVO-vertraglich ausgestattet, verfehlt aber das für deutsche und europäische Unternehmen zentrale Kriterium des EU-/DE-Serverstandorts.
Anbieter mit konsequentem Deutschland-Hosting samt AVV nach Art. 28 DSGVO (etwa oneVcard) sind hier im Vorteil, weil sie den Drittlandtransfer von vornherein vermeiden.
Enterprise-Eignung & Integration
Bei der Enterprise-Eignung erreicht Linq 50 Punkte, bei der Team- und Admin-Verwaltung 66. Vorhanden sind eine zentrale Admin-/Team-Verwaltung, Custom Branding für einen einheitlichen Firmenauftritt, eine öffentliche API sowie direkte CRM-Integrationen mit Salesforce und HubSpot.
Damit lassen sich Vertriebs-Workflows und die Lead-Übergabe grundsätzlich abbilden. Die klassischen Enterprise-Identity-Funktionen sind jedoch eine Lücke: Single Sign-On (SAML/OIDC), automatisiertes Nutzer-Provisioning per SCIM sowie eine MDM-Anbindung (Microsoft Intune, Jamf) sind öffentlich nicht belegt beziehungsweise unklar.
Auch ein automatisiertes Bulk-Provisioning und ein zentrales E-Mail-Signatur-Management sind nicht bestätigt. Für IT-gesteuerte Rollouts größerer Belegschaften, bei denen automatisiertes On- und Offboarding über SSO/SCIM erwartet wird, ist das ein spürbarer Nachteil.
Verschärft wird die Enterprise-Bewertung durch das strategische Risiko der Produkt-Neuausrichtung, das die Planbarkeit eines mehrjährigen Enterprise-Einsatzes belastet.
Preise & Tarife
Preise führen wir auf digitale-visitenkarten.de bewusst nicht auf: Sie ändern sich häufig und sind nicht für alle Anbieter transparent und vollständig verfügbar. Die aktuellen Konditionen von Linq erfragen Sie am besten direkt über die Website des Anbieters.
Fazit: Linq
Häufige Fragen zu Linq
Wo werden die Daten von Linq gehostet und ist Linq DSGVO-konform?
Linq hostet die Daten ausschließlich in den USA; ein EU- oder Deutschland-Hosting ist nicht bekannt, und der konkrete Cloud-Provider wird öffentlich nicht genannt. Für deutsche Nutzer bedeutet das einen DSGVO-Drittlandtransfer, der über EU-Standardvertragsklauseln (SCC) abgesichert wird.
Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA) ist verfügbar, und Linq ist SOC 2 Type II zertifiziert (Audit durch Sensiba San Filippo) mit öffentlichem Trust Center. Eine ISO-27001-Zertifizierung ist nicht belegt.
In unserer Bewertung erreicht Linq in der Kategorie DSGVO 58 von 100 Punkten, formal vertraglich ausgestattet, aber ohne den für deutsche Unternehmen zentralen EU-/DE-Serverstandort.
Was kostet Linq und gibt es Preise in Euro?
Konkrete Preise führen wir bewusst nicht auf, da sie sich häufig ändern und nicht für alle Anbieter transparent und vollständig verfügbar sind. Neben einem kostenlosen Basic-Tarif wird als Bezahlplan vor allem 'Linq One' geführt, ein kostenpflichtiger Platz-Tarif; der frühere 'Linq Pro'-Tarif ist entfallen.
Alle Preise sind in US-Dollar ausgewiesen, EUR-Listenpreise sind nicht bekannt, sodass für deutsche Kunden Wechselkurs- und Steuerthemen hinzukommen. Die aktuellen Konditionen erfragen Sie am besten direkt beim Anbieter.
Unterstützt Linq SSO, SCIM und Apple/Google Wallet?
Nein beziehungsweise nicht belegt. Enterprise-Identity-Funktionen wie Single Sign-On (SAML/OIDC), automatisiertes Nutzer-Provisioning per SCIM und eine MDM-Anbindung (Microsoft Intune, Jamf) sind öffentlich nicht dokumentiert.
Ebenso ist kein Apple- oder Google-Wallet-Pass und kein bestätigtes E-Mail-Signatur-Management vorhanden. Verfügbar sind hingegen eine zentrale Team-/Admin-Verwaltung, Custom Branding, eine API sowie CRM-Integrationen mit Salesforce und HubSpot.
In der Kategorie Enterprise-Integration erreicht Linq daher 50 von 100 Punkten.
Ist Linq als digitale Visitenkarte noch zukunftssicher?
Hier besteht ein wesentliches strategisches Risiko. Linq hat sich 2025/2026 stark von digitalen Visitenkarten hin zu KI-Messaging-Infrastruktur verschoben und im Februar 2026 eine Series-A-Runde für diese Neuausrichtung eingesammelt.
Laut mehreren Marktquellen gilt das ursprüngliche NFC-/Visitenkarten-Produkt als weitgehend eingestellt beziehungsweise mit unsicherer Zukunft. Für einen langfristigen B2B-Rollout sollte dieses Risiko vor einer Entscheidung genau geprüft werden; kurzfristige Einsätze sind davon weniger betroffen.
Quellen
- linqapp.com
- techfundingnews.com/linq-20m-series-a-tq-ventures-ai-messaging-pivot
- www.indexbox.io/blog/linq-pivots-to-become-infrastructure-layer-for-ai-messaging-agents
- linqapp.com/policies/data-processing-addendum
- linqapp.com/policies/privacy-policy
- buy.linqapp.com/blogs/news/we-are-soc-2-certified
- security-report.linqapp.com/controls
- www.g2.com/products/linq-digital-business-card-platform/reviews
- www.capterra.com/p/10010995/Linq
- lynkle.com/linq-vs-v1ce
- wavecnct.com/blogs/best-linq-alternative
- www.crunchbase.com/organization/linq-bd0c
- linqapp.com/linq-one
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